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Wie verschafft man sich einen Überblick über die Schulden?

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Wie verschafft man sich einen Überblick über die Schulden?

  • Bevor man eine Gesamtübersicht mit allen Gläubigern, deren Adressen, Aktenzeichen und Forderungssummen erstellt, sollte man sämtliche Gläubigerunterlagen sammeln.
  • Die Zahlungsverpflichtungen sollten nach Gläubigern sortiert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass ein Gläubiger auch mehrere Forderungen stellen kann, was durch unterschiedliche Aktenzeichen gekennzeichnet ist.
  • Jede Forderung sollte ein eigenes Aktenzeichen mit fortlaufender Nummerierung erhalten (z.B. Anfangs- und Endbuchstabe des Namens und die laufende Nummer des Gläubigers: RF01, RF02,…) (siehe Anlage G).
  • Bei Gläubigerauskunftsdateien sollte eine Selbstauskunft eingeholt werden, um noch offene Schulden zu erfahren. Seit Sommer 2010 ist eine solche Auskunft einmal im Jahr kostenlos.
  • Die bekanntesten Gläubigerdateien lauten:

SCHUFA Holding AG
Allgemeine Auskunft: 0611 92780
www.schufa.de

CEG Creditreform Consumer GmbH
Hellersbergstr. 11
41460 Neuss
Tel.: 02131 109-501
www.boniversum.de

Infoscore Consumer Data (ICD)
Arvato infoscore GmbH
Rheinstr. 99
76532 Baden-Baden
Tel.: 07221 5040-1000, 07221 97201030
Email: info(at)arvato-infoscore(dot)de
www.arvato-infoscore.de
www.inkassoportal.de

Deutscher Inkassodienst
Tel.: 040 2850-0
Email: info(at)eos-did(dot)com
www.eos-solutions.com
www.eos-did.com

Bürgel Wirtschaftsinformationen
Tel./Kundenservice: 01805 287435, 01805 898080
www.buergel.de

Eine umfangreichere Übersicht erhalten Sie in unserer Anlage D - Gläubigerdateien

  • Über die Schuldnerkartei beim zuständigen Amtsgericht kann man ebenfalls an Gläubigeradressen und Aktenzeichen gelangen. Mit Hilfe des Sozialdienstes ist eine kostenlose Auskunft aus dieser Kartei zu erhalten (siehe Anlage S).

Wichtigste Schuldenarten

  • Geldstrafen: Es ist zu klären, ob eine Zahlungsaufforderung einer Staatsanwaltschaft über eine Geldstrafe (nicht Gerichtskosten!) bereits durch die Verbüßung der Ersatzfreiheitsstrafe erledigt ist.
  • Unterhaltsverpflichtungen: „Unterhaltsschulden, die älter als ein Jahr sind, fallen nicht mehr unter den laufenden Unterhalt und gelten als „normale“ Schulden. Sie sind ebenso wie alle anderen Forderungen zu behandeln.“ (Landmann & Hartmann, 2011, S. 10)
  • Schadenswiedergutmachung: Bei Forderungen aufgrund einer Straftat (Opfer, Versicherungen) ist zu beachten, dass für diese nicht die Pfändungsfreigrenze nach §850c ZPO gilt. Um eine einvernehmliche Regelung herbeizuführen, sollte während der Inhaftierung bereits Kontakt zu den Gläubigern aufgenommen werden.
    Zum Nachlesen: http://dejure.org/gesetze/ZPO/850c.html
  • Gerichtskosten: Diese Kosten können nicht durch Haft getilgt werden, allerdings erlaubt die Gerichtskasse eine Aufrechnungsmöglichkeit mit dem Eigengeld.

Quelle:

  • Landmann, Kirstin & Hartmann, Christoph (März 2011): Schulden und Inhaftierung. Eine Broschüre für überschuldete Gefangene. Stiftung „Resozialisierungsfonds für Straffällige“ Wiesbaden (Hrsg.)