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Forderungen und Forderungsaufstellung

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Forderungen und Forderungsaufstellung

Um sämtliche Forderungen kontrollieren zu können, ist es notwendig eine detaillierte Forderungsaufstellung zu machen. Hilfreich ist dabei ein Schreiben an den Gläubiger, um Art und Höhe einer möglichen Forderung in Erfahrung zu bringen (siehe hierzu Anlage E). Aus dem Forderungsverlauf muss man ablesen können, wann die Forderungsbestandteile entstanden sind, wie viele Zinsen aufgelaufen sind, wann Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet und wie Ratenzahlungen verrechnet wurden.

  • Verzugszinsen: Der Schuldner gerät in Verzug, wenn er gemahnt wird oder den fest vereinbarten Zahlungstermin versäumt. Ab Verzugsbeginn darf der Gläubiger Verzugszinsen berechnen. Allerdings tritt der Verzug automatisch ein, wenn der Verbraucher 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung, die eine entsprechende Belehrung enthalten muss, nicht zahlt.
  • Inkassokosten:
    • „Inkassokosten und Kontoführungsgebühren werden nicht geschuldet, wenn Zahlungsunfähigkeit dem Gläubiger vor Beauftragung des Inkassounternehmens nachweislich bekannt war.
    • Mahngebühren werden nicht geschuldet, wenn die Mahnung offensichtlich unsinnig war, sonst betragen die Gebühren ca. 3,00€ je Mahnung.“ (Landmann, Kirstin & Hartmann, Christoph [März 2011]: Schulden und Inhaftierung. Eine Broschüre für überschuldete Gefangene. Stiftung „Resozialisierungsfonds für Straffällige“ Wiesbaden [Hrsg.], S.12.)
    • Kosten zur Anschriftenermittlung werden nur in Höhe der tatsächlichen Gebühr (ca. 10,00€ bis 15,00€) geschuldet.
    • Wird dem Gläubiger mitgeteilt, dass Zahlungen nicht weiter geleistet werden können, darf dieser kein Inkassounternehmen auf die Kosten des Schuldners einschalten, da dies unsinnig wäre.
  • Verjährung: Alle Forderungen verjähren irgendwann. Die Verjährungsfristen können jedoch sehr unterschiedlich sein. Dabei kommt es darauf an, ob die Forderung tituliert ist oder nicht, oder ob verjährungsunterbrechende Maßnahmen stattgefunden haben (z.B. Zahlungen, Stundungsgesuche etc.). Zahlt ein Schuldner auf eine verjährte Forderung, kann das Geld nicht zurückgefordert werden.

Quelle:

  • Landmann, Kirstin & Hartmann, Christoph (März 2011): Schulden und Inhaftierung. Eine Broschüre für überschuldete Gefangene. Stiftung „Resozialisierungsfonds für Straffällige“ Wiesbaden (Hrsg.)