Aufbruch Hessen - Adressportal zum Übergangsmanagement

Veranstaltungsdokumentation

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5. länderübergreifende Fachtagung „Netzwerke als Erfolgsfaktoren der Integration“ im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ am 4. + 5. September 2014 in Wiesbaden

Fachtagung des XENOS-Projekts am Ninja  4. und 5. September 2014Am 4. und 5. September lud das XENOS-Projekt "NINJA - Netzwerk Integration für junge Inhaftierte und Haftentlassene in Ausbildung und Arbeit" zur bundesweiten Fachtagung nach Wiesbaden ein. Die bereits fünfte Tagung im Rahmen der Veranstaltungsreihe der länderübergreifenden Vernetzung von XENOS-Projekten im Strafvollzug befasste sich mit den Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren von Netzwerken im Übergang Strafvollzug - Freiheit. Die Situation unmittelbar nach Haftentlassung ist nach wie vor der kritischste Moment. Sven Gerich, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden und Ruth Schröder, Abteilungsleiterin Strafvollzug im Hessischen Justizministerium waren sich einig: Eine gelungene Resozialisierung braucht ein gut vernetztes Übergangsmanagement. An diesem Punkt setzt das Projekt NINJA an und wirkt ergänzend und unterstützend für die Arbeit der hessischen JVAs bei der Vorbereitung zur Haftentlassung und der Reintegration. Mit den Integrationscoaches, die die Strafgefangenen ein halbes Jahr vor bis ein halbes Jahr nach Haftentlassung begleiten, bietet Ninja jungen Inhaftierten beste Bedingungen für die (Re)-Integration in Arbeit und Gesellschaft. Bei diesen Aufgaben findet eine nahtlose Anknüpfung an die Maßnahmen und Strukturen der hessischen Justizvollzugsanstalten statt. Im Ergebnis entstand eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Förderstrukturen und -maßnahmen innerhalb und außerhalb des Strafvollzugs.  Die individuelle Förderung allein reicht allerdings nicht aus, da multiple Problemlagen zu bearbeiten und zu lösen sind. Ziel von NINJA und auch weiteren XENOS-Modellprojekten ist es deshalb, ein systematisches, gut vernetztes und strukturell angelegtes Übergangsmanagement zu etablieren, das in Ergänzung zu den bestehenden Strukturen wirkt.

Fachtagung des XENOS-Projekts am Ninja  4. und 5. September 2014Der Einbezug relevanter Arbeitsmarktakteure wie Jobcenter, Arbeitsagentur, Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern ist hierbei ebenso unabdingbar wie ein erklärter politischer Wille zur abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit. So war das im Rahmen der Fachtagung versammelte Podium gleichzeitig ein Nachweis dafür, wie gut die Vernetzung im Rahmen des hessischen NINJA-Projekts bereits funktioniert. Die arbeitsmarktpolitischen Akteure waren mit Dr. Martin Pott von der Handwerkskammer Wiesbaden und Wolfgang Sonnek von der Industrie- und Handelskammer sowie Nicole Halberstadt von der Agentur für Arbeit bestens vertreten, für die "Politik" standen Dörte Ahrens vom Hessischen Sozialministerium und Ruth Schröder vom Hessischen Ministerium der Justiz sowie Sven Gerich, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die "operative" Ebene vertraten Hadmut Birgit Jung-Silberreis, Anstaltsleiterin der JVA Wiesbaden, Jörg Weber, Angelika Funk und viele weitere Mitarbeiter/ -innen vom Projekt NINJA, während Rudolf Netzelmann von XENOS Panorama Bund einen Blick von außen auf die Vernetzungs- und Verstetigungsaktivitäten der XENOS-Projekte im Bereich Strafvollzug warf. Ausdrückliche Einigkeit bestand unter den Anwesenden insbesondere in dem Wunsch, dass das Projekt NINJA nach Ende der Projektlaufzeit im Dezember 2014 neue Anschlussfinanzierungen bekommt.

Projektmitarbeiter/ -innen stellten das just ans Netz gegangene Adress- und Informationsportal zum Übergangsmanagement "Aufbruch Hessen" vor, informierten über die Arbeit der Integrationscoaches und die verschiedenen von NINJA initiierten Netzwerke wie die Produktionsnetzwerke in Nord- und Südhessen sowie das Unternehmernetzwerk im Rhein-Main-Gebiet.

Fachtagung des XENOS-Projekts am Ninja  4. und 5. September 2014Matthias Müller vom Deutschen Jugendinstitut hob die strategische Bedeutung von Netzwerken bei der Umsetzung und Verstetigung von Projekten im Strafvollzug hervor. Prof. Dr. Claus Reis von der Frankfurt University of Applied Sciences erläuterte den knapp 90 Expertinnen und Experten Produktionsnetzwerke in Theorie und Praxis.

Die Workshops des zweiten Tages boten die Möglichkeit, einzelne Themen intensiver zu behandeln und zu diskutieren. Zum Ende der Tagung wurde der Veranstaltungsstaffelstab an Birgit Grosch vom Projekt MACS weitergegeben. Dieses Projekt wird, in Kooperation mit XENOS Panorama Bund, am 3. und 4. November 2014 in Düsseldorf mit einer letzten Fachtagung den Veranstaltungsreigen der Vernetzungsinitiative Strafvollzug beschließen.

Text und Fotos: Elke Biester, XENOS Panorama Bund/ CONVIS Consult & Marketing GmbH

 

Die Präsentationen der Veranstaltung finden Sie hier:

Aus der Praxis für die Praxis
Katarina von Bönninghausen-Budberg, Innovationsbüro Fachkräfte für die Region

Berliner Netzwerk zur Integration von Haftentlassenen: Erfahrungen aus fünf Jahren Netzwerkarbeit
Irina Meyer, FrauenComputerZentrumBerlin e.V.

Erfahrungen der Netzwerkarbeit aus Nordrhein-Westfalen
Birgit Grosch, Kriminologischer Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen

Institutionelle Akteure als Netzwerkpartner
Matthias Müller, Deutsches Jugendinstitut e.V.

XENOS  „Integration und Vielfalt“
NINJA

Problem: Jugendliche - Pädagogische Ansätze in der Arbeit der Netzwerkpartner
Dr. Christoph Schallert, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Produktionsnetzwerke in Theorie und Praxis
Prof. Dr. Claus Reis, Frankfurt University of Applied Sciences